Energie sparen

Heizkosten sparen: 10 einfache Tipps für den Winter

Mit diesen einfachen Maßnahmen senken Sie Ihre Heizkosten um bis zu 25 Prozent — ohne Komfortverlust.

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Jan Hoffmann
Geprüfter Experte
··5 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

Mit diesen zehn einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen senken Sie Ihre Heizkosten um bis zu 25 Prozent — ohne Komfortverlust, ohne große Investitionen und ohne, dass Sie frieren müssen. Viele Tipps lassen sich in wenigen Minuten umsetzen.


1. Heizkörper entlüften — 5 Minuten, große Wirkung

Gluckernde Heizkörper sind nicht nur nervig — sie verschwenden auch Energie. Luft im System verhindert, dass das heiße Wasser alle Bereiche des Heizkörpers erreicht. Die Folge: Der Heizkessel läuft länger, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen.

So geht's: 1. Heizung auf volle Stufe drehen und 10 Minuten laufen lassen. 2. Entlüftungsschlüssel (oder kleiner Schraubendreher) am Ventil ansetzen. 3. Eine Schale unter das Ventil halten. 4. Ventil langsam öffnen, bis Wasser (nicht nur Luft) austritt. 5. Ventil schließen. 6. Wasserdruck am Kessel prüfen und ggf. nachfüllen.

2. Heizungsrohre dämmen

Ungedämmte Heizungsrohre im Keller sind eine der häufigsten Energieschleusen. Die gute Nachricht: Rohrdämmung kostet nur 3–8 € pro Meter und ist in einer Stunde selbst angebracht. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt die Dämmung sogar vor — Bußgeld bei Nichteinhaltung: bis zu 5.000 €.

3. Thermostate richtig einstellen

Die Zahlen auf dem Thermostat sind keine Temperaturangaben, sondern Stufen: - * (Stern): ca. 5 °C — Frostschutz - Stufe 1: ca. 12 °C - Stufe 2: ca. 16 °C - Stufe 3: ca. 20 °C — ideal für Wohnräume - Stufe 4: ca. 24 °C - Stufe 5: ca. 28 °C — Volle Pulle

Jedes Grad weniger spart etwa 6 Prozent Heizenergie. Empfohlene Temperaturen: Wohnzimmer 20 °C (Stufe 3), Schlafzimmer 16–18 °C (Stufe 2–2,5), Bad 22 °C (Stufe 3,5), Küche 18 °C (Stufe 2,5), Flur 15 °C (Stufe 1,5).

4. Richtig lüften — Stoßlüften statt Kippen

Dauerhaft gekippte Fenster sind der größte Heizenergie-Verschwender im Haushalt — bis zu 15 Prozent Mehrverbrauch. Besser: 3–4 Mal täglich für 5–10 Minuten alle Fenster weit öffnen (Stoßlüften). Die Raumluft wird ausgetauscht, aber Wände und Möbel kühlen nicht aus.

Falsches Lueften gehoert zu den haeufigsten Ursachen fuer hohe Heizkosten in deutschen Haushalten. Laut Umweltbundesamt kann richtiges Stosslueften (3-4 mal taeglich, 5-10 Minuten, Fenster ganz auf) den Heizenergieverbrauch um 5-10 Prozent senken — mehr als manche technische Sanierungsmassnahme.

5. Heizkörper freihalten

Sofa vor dem Heizkörper? Schwere Vorhänge, die die Wärme abfangen? Das reduziert die Heizleistung um bis zu 20 Prozent. Halten Sie mindestens 30 cm Abstand zwischen Heizkörper und Möbeln oder Vorhängen. Auch Heizkörperverkleidungen sind Energiefresser — sie können die Wärmeabgabe um bis zu 15 Prozent reduzieren.

6. Fenster und Türen abdichten

Ein simpler Test: Halten Sie eine brennende Kerze oder ein Blatt Papier an geschlossene Fenster und Türen. Flackert die Flamme oder bewegt sich das Papier, haben Sie undichte Stellen. Abhilfe schaffen selbstklebende Dichtungsbänder aus dem Baumarkt (5–15 € pro Fenster). In 30 Minuten erledigt.

7. Nachtabsenkung nutzen

Moderne Heizungen haben eine programmierbare Nachtabsenkung. Stellen Sie sie so ein, dass die Temperatur etwa 1 Stunde vor dem Schlafengehen um 3–5 Grad sinkt und 30 Minuten vor dem Aufstehen wieder ansteigt. Spart 5–8 Prozent Heizenergie — ohne dass Sie morgens frieren.

8. Warmwasser-Temperatur optimieren

Viele Warmwasserspeicher sind auf 60–70 °C eingestellt — das ist zu hoch. 50–55 °C reichen völlig für Duschen und Spülen und verhindern gleichzeitig Legionellen. Jedes Grad weniger spart etwa 1 Prozent der Warmwasser-Energie. Prüfen Sie auch die Zirkulationspumpe: Sie muss nicht 24/7 laufen. Eine Zeitschaltuhr (ca. 20 €) reduziert die Pumpenlaufzeit auf 4–6 Stunden pro Tag.

9. Rollläden und Vorhänge als Dämmung nutzen

Nachts heruntergelassene Rollläden reduzieren den Wärmeverlust durch Fenster um bis zu 20 Prozent. Noch effektiver: Thermogardinen oder schwere Vorhänge. Tagsüber dagegen: Rollläden hoch und Vorhänge auf, damit die Sonnenwärme den Raum passiv heizt. Dieser einfache Rhythmus spart 3–5 Prozent Heizenergie.

10. Hydraulischen Abgleich durchführen lassen

Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper genau die Menge an heißem Wasser bekommt, die er braucht. Ohne Abgleich werden oft die ersten Heizkörper im System zu heiß und die letzten zu kalt — was durch höhere Vorlauftemperatur ausgeglichen wird. Ein hydraulischer Abgleich kostet 400–800 €, spart aber 5–15 Prozent Heizkosten und wird von der BEG bezuschusst.


Fazit: Viele kleine Schritte summieren sich

Keiner dieser Tipps allein macht Sie zum Energiespar-Weltmeister. Aber in der Kombination summieren sie sich auf 20–30 Prozent Einsparung — und die meisten kosten weniger als 50 € und 30 Minuten Zeit. Fangen Sie mit Punkt 1 und 4 an (Heizkörper entlüften + Stoßlüften), das sind die größten Hebel für den geringsten Aufwand.

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Jan Hoffmann

Geprüfter Experte bei Handeva

Elektromeister und Community Lead bei Handeva. Baut das Handwerker-Netzwerk auf und betreut unsere Experten.

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